7. März 2018 Constanze Kühn

„ Erlesenes“ zum 8. März dem „ Internationalen Frauentag“

Clara Zetkin

Clara Zetkin

Am Anfang stand eine mutige Frau. Die Sozialistin Clara Zetkin begründete mit anderen Frauenrechtlerinnen den „Internationalen Frauentag als Frauenkampftag und Aktionstag für Wahlrecht und Gleichberechtigung.

Der erste Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Däne-markDeutschlandÖsterreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert.

Mit der Wahl des Datums sollte der revolutionäre Charakter des Frauentags hervorgehoben werden, denn der Vortag, der 18. März, war der Gedenktag für die Gefallenen während der Märzrevolu-tion 1848. Außerdem hatte auch die Pariser Kommune 1871 im März begonnen.

Clara Zetkin war davon überzeugt, dass mit dem Sozialismus auch die Gleichberechtigung erfolgt. Den Sozialismus gab es, die Gleich-berechtigung nicht.

Das Frauenwahlrecht wurde in Europa durchgesetzt. Schlusslichter  bei der Einführung waren die Schweiz 1971und Liechtenstein 1984. Um Durchsetzung der Gleichberechtigung war man(n) bemüht, zumindest im einst sozialistischen und kommunistischen Teil Europas.

So galt, mit der Emanzipation und Herrschaft der Arbeiterklasse automatisch auch die Gleichberech-tigung als erreicht. Anders als im „Westen“, wo der 8. März für viele Frauen ein Kampftag um Gleich-berechtigung und Emanzipation blieb, war im Sozialismus der „Kampf“ vorbei.

Vorzugsweise wurde das „Erreichte“ gefeiert, wie sich viele unserer Frauen erinnern.

Viele Reden wurden  zu Ehren der Frauen gehalten. Blumen wurden geschenkt, auf Betriebs-oder Staatskosten, privat oder von ihrem direkt Vorgesetzten (in der Regel Männer!!!)

Obwohl der 8. März kein offizieller Feiertag war, wurde in vielen Betrieben schon ab Mittag gefeiert. Ausflüge für die Frauen oder gemeinsame Essen organisiert.

 

Die Zeiten des Sozialismus  in unserem Land sind Geschichte - der 8. März ist „ Frauentag“ geblieben.

 

Wofür lohnt es sich heute noch zu kämpfen?

Zweifelsohne  hat sich in den vergangen Jahren viel getan in Deutschland in Sachen Gleichstellung. Frauen haben aufgeholt, vorzugsweise bei den Bildungsabschlüssen.

Ginge es alleine danach, wären Frauen überall zu finden in den Führungsstellen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Sie arbeiteten selbstverständlich Vollzeit und würden das Gleiche verdienen.

Auch würden sie ihre Erwerbstätigkeit nicht häufiger Einschränken zu Gunsten der Kinderbetreuung oder der Pflege von Familienangehörigen.

 

Fazit: Eigentlich  gäbe es keine sozialen Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern.

Eigentlich,   die Realität sieht anders aus.

 

ver.di kritisiert die Bedingungen, die dafür verantwortlich sind. Weil die Ursachen so vielfältig sind, spricht man von „struktureller Benachteiligung“.

Das deutsche Steuerrecht begünstigt ein rückständiges Familienbild. Immer noch fehlt es an flächen-deckenden Angeboten zur Kinderbetreuung. Auch deshalb ist die Hälfte von ihnenTeilzeiterwerbstätig - oft gegen ihren eigenen Willen. Viele Frauen sind Minijobberinnen und arbeiten zu niedrigen Löhnen.

 

Gleichstellung heißt auch: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

Das heißt vor allem, es muss verhindert werden, dass Arbeit, etwa im Gesundheits-und Sozialbereich, im Handel oder bei Büroberufen, nur deshalb schlechter entlohnt wird, weil sie mehrheitlich von Frauen geleistet wird. Gerade Frauen sind es, die von Altersarmut betroffen sind.

Am Anfang stand eine mutige Frau, die Sozialistin Clara Zetkin.

Der Kampf um Gleichberechtigung hat ein Aufholen bewirkt, am Ziel sind wir noch lange nicht.

Denn: „Frauen die nichts fordern werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts.“

(Quellen: DPA, ARD, ver.di, Zitat: Simone de Beauvoir)

 

„ Bleibt mutig!“. Einen schönen Frauentag wünscht  Constanze Kühn

 

 

 

Quelle: http://www.die-linke-schmalkalden-meiningen.de/nc/aktuell/aktuell/detail/artikel/erlesenes-zum-8-maerz-dem-internationalen-frauentag/