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K.-D. Kaiser

Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

 

1996 wurde der 27.Januar vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zum nationalen Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland erklärt  und 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust proklamiert.

Er besitzt also nationale wie internationale Bedeutung.

Warum gerade dieser Tag?

Am 27.1.1945 befreite die Rote Armee, also vor 69 Jahren das KZ Auschwitz, das größte Vernichtungslager während der Zeit des Faschismus. 1,1Mio Menschen wurden dort farbrikmäßig ermordet,  davon 1 Mio Juden.

Nächstes Jahr  werden es 70 Jahre. Was für uns heißt, diesen Tag in einem besonderen Rahmen zu begehen?

Dr. Norbert Lammert führte 2008 in einer Feierstunde des Bundestages aus:

Wir gedenken in dieser Stunde im Deutschen Bundestag aller Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuellen, politisch Andersdenkenden sowie Männern und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftlern, Künstlern, Journalisten, Kriegsgefangenen und Deserteuren, Greisen und Kindern an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und der Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Wir erinnern damit an unvorstellbares Menschheitsverbrechen, an Völkermord und systematisch betriebenen Massenmord. Und wir bekennen zugleich unsere besondere Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz.

 

In Schmalkalden gedenken wir regelmäßig  an:

Ludwig Pappenheim - ein Sozialdemokrat,

Hermann Danz - ein Kommunist

Für ehemalige jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen haben wir Gedenksteine / Stolpersteine in der Innenstadt  verlegt.

Emma und Julius Beckmann

Emma und Emil Hahn

Sara und Hugo Rosenthal Tochter Paula

Ferdinand Müll

Helene Goldschmidt

Hedwig Schlesinger

Else Levi

Hildegard Müller

u.a.

Nicht zu vergessen das Denkmal für die sowjetischen Zwangsarbeiter

 

Allgemein bekannt sind solche Personen wie

Anne Frank – ein jüdisches Mädchen

Dietrich Bonhoeffer – ein ev. Theologe

Rudolf Breitscheid – ein Sozialdemokrat

Die Geschwister  Hans und Sophie Scholl - Studenten

Graf Stauffenberg – ein Offizier

Ernst Thälmann – ein Kommunist

u.v.a.

 

Es gibt vor allem aber die vielen Millionen, die meisten für uns namenlosen Opfer, ohne Grabsteine, ohne Gedenktafel. Dieser wollen wir heute besonders gedenken. Das Gedenken schließt ein, Alles dafür zu tun, dass sich diese Geschehnisse nicht wiederholen. Und ich denke, dass dies eine ganz  aktuelle Aufgabe ist.

 

Thüringen steht in besonderem Maße in der Pflicht. Nicht nur die Geschichte Thüringens oder die Morde des NSU sondern auch die Verfestigung von neonazistischen Strukturen in Thüringen zwingen zu ernsthaften politischen Handeln. Rassismus und Nationalismus sind nicht überwunden, rechtes Gedankengut sind in der Bevölkerung weit verbreitet, wie der neueste Thüringen Monitor in erschreckender Weise zeigt.

 

15 % der männlichen  und 10% der weiblichen Bevölkerung sind rechtsextrem eingestellt.

 

Für 21 % hatte der Nationalsozialismus auch seine guten Seiten.

 

Nachdenklich  machen auch Zustimmungswerte zu solchen Fragestellungen wie:

 

„Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maße überfremdet.“  Unterstützen 42 % 

Thüringen ist überfremdet sagen 25%

(Ausländer-innen Anteil in Thüringen 2,3Prozent)

 

„Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“ meinen 44%

 

„Was unser Land heute braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzen deut-scher Interessen gegenüber dem Ausland.“  sagen 45%.

 

„Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit die Opfer gewesen sind.“  unterstützen 32 %

 

Es gibt noch weitere derartige Aussagen in diesem Thüringen-Monitor.

 

Nicht alle, die solche Aussagen unterstützen sind  Rechtsextreme, sie haben jedoch Vorurteile und Ressentiments die bewusst aus der rechten Ecke  bedient und geschürt werden.

Wir erinnern uns an die Plakate der NPD zur Bundestagswahl  2013 auch in Schmalkalden.

Deshalb ist es die Aufgabe aller demokratischen Parteien in diesen Jahr trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen in anderen Fragen dafür zu sorgen und zusammenzuwirken, dass rechtsextreme Parteien keinen Platz in unseren  Parlamenten erringen.

Wir unterstützen den Verbotsantrag der Länder gegen die NPD, wohlwissend, dass damit nicht die Probleme gelöst werden.

 

Ich danke Ihnen.

 

 

 

Rede im Rahmen einer städtischen Gedenkveranstaltung - 27.01.2014.

 


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