Niedriglohnsektor: Armutszeugnis für die wohlhabendste Region Europas

Katja Maurer, Ralf Plötner

Während in Deutschland so viele Milliardäre wie in keinem anderen europäischen Land leben, wird in Thüringen etwa jeder 6. Job unterhalb der bundesweiten Niedriglohnschwelle bezahlt. Darauf weisen die Landesvorsitzenden der Thüringer Linken, Katja Maurer und Ralf Plötner, hin.

Während in Deutschland so viele Milliardäre wie in keinem anderen europäischen Land leben, wird in Thüringen etwa jeder 6. Job unterhalb der bundesweiten Niedriglohnschwelle bezahlt. Darauf weisen die Landesvorsitzenden der Thüringer Linken, Katja Maurer und Ralf Plötner, hin. Damit stagniert der Anteil der Niedriglohnjobs in Thüringen über dem Bundesdurchschnitt bei rund 17 Prozent.

Unterdessen steigt die Zahl der Milliardäre in Deutschland um ein Drittel auf 156 mit einem Gesamtvermögen von rund 692 Milliarden Dollar. Drei Viertel der Milliardäre verdanken einer Erbschaft ihren Aufstieg.

Maurer erklärt: „Es ist ein Armutszeugnis, wenn in der wohlhabendsten Region Europas nach wie vor Niedriglöhne den Alltag vieler Beschäftigter prägen. Dagegen setzen wir einen armutsfesten Mindestlohn von mindestens 15 Euro pro Stunde sowie die Stärkung der Tarifbindung und die Erhöhung ihrer Allgemeinverbindlichkeit.“ 

Die strukturellen Probleme zeigt auch in Thüringen der deutliche Kontrast zwischen der stetig steigenden Zahl von Millionär:innen und der Einkommenssituation der breiten Bevölkerung. Plötner fordert: „Superreiche und ihre Vermögen müssen für eine sozial gerechte Lastenverteilung heran gezogen werden. Dazu gehören die Reform der Erbschaftssteuer, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die unverzügliche Abschaffung der „Verschonungsbedarfsprüfung“ bei Superreichen.“